#268 "Europa brennt"
Shownotes
Unser Gast ist:
Prof. Dr. Johann Georg Goldammer, Direktor des Global Fire Monitoring Center (GFMC), das unter dem Schirm der Vereinten Nationen Staaten und internationale Organisationen berät, um Landschaftsbrandkatastrophen zu reduzieren. Er ist auch Leiter der Arbeitsgruppe “Feuerökologie“ am Max-Planck-Institut für Chemie und der Universität Freiburg.
In seinem Vortrag “Landschaftsbrände in Europa: Feuernutzung und Wildfeuer in den europäischen Kulturlandschaften – Geschichte, Gegenwart und Aussichten” nimmt er uns mit in dieses hochaktuelle Thema und steht für eure Fragen zur Verfügung.
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen zu dieser zweihundertsechzigsten Ausgabe von Europe Calling.
00:00:04: Mein Name ist Maximilian Fries, ich bin der Geschäftsführer von Europe calling und darf heute Abend gemeinsam mit meiner Kollegin Amelie Passmanns moderieren.
00:00:11: Wir unterbrechen heute unsere Sammelpause über die großen Brände in Europa und auch muss man schon sagen darüber hinaus zu sprechen.
00:00:18: Ganz besonders begrüße ich an dieser Stelle schon unseren heutigen Gast, Prof.
00:00:21: Dr.
00:00:22: Johan Gjörg Goldhammer in der zwarhundertsechzigsten Folge unserer erster Feuerökologe.
00:00:28: So das Profil hatten wir noch nie, freuen uns sehr dass ihr dabei sind auch und das Thema natürlich jetzt nicht große Freude bereitet.
00:00:35: aber wichtig ist, dass wir darüber sprechen.
00:00:38: Ich stelle ihn natürlich gleich noch genauer vor.
00:00:40: Davorher möchten wir uns noch bei den Menschen bedanken, die den heutigen Abend möglich machen.
00:00:45: Unseren jetzt neusen neunhundert zwanzig Fördermitgliedern schaut out zu euch allen vielen Dank denn das wissen die meisten gar nicht wie über Europe Calling sind sehr stolz drauf zu hundert Prozent von kleinen Spenden finanziert zu sein.
00:00:59: schon ab zwei Euro die Woche kann man unsere Arbeit unterstützen.
00:01:02: einfach auf europe-calling.de slash fördern gehen.
00:01:06: Den Link dazu findet ihr auch gleich im Chat.
00:01:08: Danke euch allen.
00:01:10: Und wie immer bei Europe Calling könnt ihr eure Fragen stellen und die Fragen der anderen dazu bewerben.
00:01:15: Dann zunutzen wir Slido, den Link seht ihr mir immer gleich in Chat.
00:01:18: Ich halte gern gerne eure Fragen und bewertet die Frage der Anderen.
00:01:22: nur so können wir bei jetzt über drei tausend zweihundert Anmeldungen die Fragen stellen, die euch interessieren.
00:01:27: Amelie wird heute die Fragen betreuen und dann in eurem Namen stellen.
00:01:30: Vielen Dank, Amelies dafür!
00:01:32: Und ganz wichtig bitte schreibt euren Namen dazu.
00:01:34: Dann ist das noch mal viel netter als wenn man immer irgendwie anonyme Userin sagen müssen.
00:01:37: Vorgestellt habt ihr euch ja alle im Chat sowieso jetzt gerade schon.
00:01:41: Wie immer wird Europe Calling aufgezeichnet und danach auf YouTube und als Podcast online gestellt.
00:01:45: Bitte beachtet das, wenn ihr Fragen stellt.
00:01:48: Das war es auch schon mit den Hausmitteilungen Und ich darf unseren Gast heute noch mal ein bisschen genauer vorstellen, bevor er dann loslegt.
00:01:56: Prof.
00:01:57: Dr.
00:01:57: Johann Georg Goldhammer ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Expertungen zum Thema Wald- und Landschaftsbränden.
00:02:02: Ihr habt ihn vielleicht in den letzten Tagen auch schon im Radio oder auf YouTube oder im Fernsehen gesehen.
00:02:09: Er ist Direktor des Global Fire Monitoring Centers das unter dem Schirm der Vereinten Nationen startet und ist eine nationale Organisation betretend um Landschaftssbrandkatastrophen zu reduzieren.
00:02:20: Er ist doch Leiter der Arbeitsgruppe Feuerökulegie, am Max-Blank-Hazitut für Chemie und der Universität Freiburg.
00:02:27: Und ich will mit einem Zitat von ihm starten und damit einleiten.
00:02:31: er hat nämlich – oder Sie haben im Jahr zwei Tausend Achtzehn gesagt, habe ich über den Deutschlandfunk gefunden – wenn sich der Klimawandel weiter so entwickelt wie die Wissenschaft das voraussagt wird sich die Lage weiter und extremer entwickeln.
00:02:43: Deutschland wird also genauso wie viele andere Länder einen Waldbrandland werden!
00:02:50: Ich bin jetzt sehr gespannt und wir sind glaube ich alle sehr gespannt auf Ihren Vortrag.
00:02:54: Und vielleicht diese Beantwortung dieser Frage, was das für Deutschland aber auch Europa bedeutet?
00:03:01: Was wir gerade diesen Sommer sehen.
00:03:03: Lieber Herr Goldammer, wunderbar dass Sie dabei sind!
00:03:06: Wir haben das Wort.
00:03:08: Mikrofon an.
00:03:10: Danke für die Einführung und ich freue mich natürlich über die rege Teilnahme.
00:03:15: Und habe in der Chatfunktion eben gesehen, dass Freiburg auch vertreten war und viele andere Städte hier in Deutschland und Gemeinden.
00:03:26: Über dieses Thema werden wir was Deutschland anbetrifft auch sprechen.
00:03:31: Ich gebe jetzt mal meine Präsentation freie Frage ist sie zu sehen?
00:03:47: Ja perfekt!
00:03:50: Okay, Europa brennt und dann haben wir den Untertitel hier Erfahrung von gestern für eine informierte und sichere Zukunft.
00:04:02: Heute Abend kann ich und werde auch nicht auf alles eingehen was die Brände in Europa anbelangt vor allen Dingen alles das, was wir in den letzten Tagen und Wochen in den Medien gesehen haben.
00:04:16: Das war ja eine sehr ausführliche Berichterstattung auch sehr viel mit Hintergrundinformationen und daher möchte ich zunächst mal ganz oberflächlich auf Europa schauen.
00:04:33: dem Weltraum sieht, was man aus der Luft sieht und ein paar Eindrücke aus der medialen Berichterstattung der vergangenen Tage.
00:04:41: Und auch meiner Mitarbeiterin im Großraum Madrid in den letzten Tagen schicken.
00:04:46: dann aber vor allen Dingen auf die Kulturgeschichte des Feuers in der Landnutzung in Deutschland und in Nachbarländern eingehen um dann auch die Erfahrung zu präsentieren, die wir eigentlich schon haben um vielleicht in Zukunft gut mit den Brenten hier in Europa und vor allen Dingen Deutschland umzugehen.
00:05:09: Herr Fris, was Sie sagten?
00:05:11: Diese Aussage von im Jahr two-tausend achtzehn kann denn Deutschland ein Waldbrandland werden.
00:05:17: das ist jetzt nun acht Jahre her.
00:05:22: bisschen das Jahr, wo wir sagen dass der Klimawandel hier für alle sehr viel sichtbarer wurde.
00:05:29: Also wir betrachten dieses Jahr so ein bisschen als ein Schlüsseljahr.
00:05:33: aber lassen uns gerade mal kurz auf die Statistiken von Landschaftsbränden.
00:05:39: Wir nennen das Landschaftsprände weil beispielsweise in solchen Satelliten gestützten Statistik eben alle Landschafts-Elemente sich abbilden.
00:05:51: Das ist nicht nur der Wald, das ist auch Offenland, das sind Naturschutzgebiete landwirtschaftliche Flächen und da war es im Jahr zwölfundzwanzig.
00:05:59: so weit geht die Jahresstatistik ja zum ersten Mal.
00:06:05: die Marke von eine Million Hektar erreicht in ganz Europa.
00:06:11: aber ich gehe dann noch später mehr auf Details rein und möchte ganz am Anfang Einige Bilder zeigen dem Copyright und dem Schutz der Fotografen unterliegen, die ich ausm Internet jetzt nur für diese Veranstaltung mal hier eingespielt habe.
00:06:32: Beispielsweise die Brände im Großraum Bordeaux in den Provinzen Gironne und London – das sind ja vorwiegend große Kiefernwälder, die mit der Seekiefer aufgeforstet wurden seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und interessanterweise eines der größten Aufforstungsgebiete von ganz Europa ist.
00:06:55: Mit über einer Million Hektar an Wald, der dort aufgeforscht war wirtschaftlich ungeheuer wichtig für die Menschen damals, weil er den notwendigen Rohstoff Holz lieferte.
00:07:09: Gleichermaßen aber verbunden wie wir das heute sehen durchaus mit einem großen Risiko nämlich durch diese große Monomstruktur.
00:07:19: und diese Brenne haben eben nicht nur dem Wald betroffen sondern auch Siedlungen.
00:07:24: und wenn wir auf diesen und anderen Bildern jetzt sehen dass hier teilweise Häuser, Ortsrandlagen betroffen wurden von den Feuern, dann durchaus auch welche die gar nicht mal im Wald stehen sondern etwas davor und wo gar nicht einmal unbedingt dabei sehr viel Dichte Vegetation drum herum steht.
00:07:45: Es sind aber eben auch die großen landwirtschaftlichen Fläche die Offenlandgebiete betroffen wie hier in Frankreich oder in Spanien.
00:07:58: Spanier hat ja auch dieses Jahr weit über neunzigtausend Hektar an Brandfläche.
00:08:05: Und wenn wir jetzt nach Griechenland gehen, hier Bilder von Vorgästern dann sehen wie auch das hier in Griecheland In einer Landschaft die charakterisiert wird ist Von einzelnen Bäumen und von Buschwerk Das hier eben auch viele Häuser und viele Siedlungen betroffen waren.
00:08:27: Meine Kollegin Frau Juliane Baumann die in einem Pregrace-Projekt arbeitet.
00:08:34: Pregraces steht für Prescribed Grazing, das ist kontrollierte Beweidung.
00:08:39: Da werde ich ganz am Schluss darauf eingehen.
00:08:41: Kontrolliert zur Reduzierung des Brandrisikos.
00:08:47: Die hat gestern diese Aufnahme übermittelt aus dem Großraum Madrid Wo wir dann auch sehen, dass die Feuerwenn sie dann hineinbrennen in die Ortschaften erhebliche Schäden anrichten und hier mal auch die Stellvertreten für die Intensität dieser Brände.
00:09:10: Für diese wirklich heißen Brände, diese geschmolzene Lampe Und alles das, was dann übrig geblieben ist.
00:09:18: Viele Menschen haben wirklich alles hart und gut verloren.
00:09:22: Aber das sind auch Dinge die sie viel in den Medien gehört haben.
00:09:27: Wir haben ja insgesamt in Spanien und in Frankreich zusammen In diesen wenigen Wochen über dreihunderttausend Personen gehabt, die evakuiert wurden.
00:09:38: und wenn ich auf unseren letzten globalen Bericht schaue.
00:09:40: Wir werden das jedes Jahr für die ganze Welt aus hatten wir zweitausendfünfundzwanzig weltweit vierhundert achtundfünfzigtausend Personen die evakuiert wurden Und allein in diesen zwei Wochen in Frankreich und Spanien waren das über dreihunderttausende.
00:09:58: Und das sind manchmal auch ein bisschen herzreißende Bilder, die man dann sieht.
00:10:03: Links das Bild hat Frau Baumann in der Nähe von Madrid gemacht einen vom Feuer schwer verletztes Stück Rehwild was dann der Fotografin gar nicht mehr ausweichen konnte weil es nicht mehr ging und das rechte Bild stammt aus Griechenland vom letzten Jahr wie jemand seine Haustiere und Weidetiere rettet vor dem Feuer.
00:10:27: Da stehen stellvertretende menschliche Schicksale dahinter und das müssen wir alles bedenken.
00:10:35: Ich gehe aber jetzt mal ganz bewusst in die Kulturgeschichte des Feuers, in der Landnutzung hier bei uns in Mitteleuropa rein und warum das eigentlich auch unsere Landschaft geprägt hat und was wir daraus lernen können – auch im Hinblick auf mögliche Feuernutzungen, auf wissenschaftlicher Evidenzbasis natürlich Und das werden wir jetzt mal am Hand mehrer Beispiele durchgehen und ich fange mal mit den Heidegebieten hier in Mitteleuropa bei uns in Deutschland an.
00:11:08: Diese Heide Gebiete finden wir über ganz Europa, auch in den Niederlanden beispielsweise wo es im Moment besonders stark brennt aber auch weiter in Frankreich auf der iwerischen Halbinsel.
00:11:21: Und diese Heideflächen sind das Ergebnis von jahrhundertelange sehr intensiver kultureller Tätigkeit, insbesondere heitschnucken Bewirtschaftung die intensive Nutzung pflanzlicher Biomasse als Brennmaterial einstreu für den Stall oder auch zum Abdecken von Hausdächern und das ist hier absolut meine Lieblings Postkarte aus unserer Sammlung um das neunzehnte Jahrhundert herum.
00:11:51: Wir sehen hier ein Dänemark, ist das ein Süd-Dänemark?
00:11:56: wie ein Landwirt an einem Sonntag offensichtlich mit der Familie einen Sonntagsspaziergang macht und feststellt es genau der richtige Zeitpunkt die Heide zu entzünden.
00:12:08: Und warum hat man das früher gemacht?
00:12:11: Die Heide braucht diese Verjüngung durch starke mechanische Eingriffe oder durch Feuer, um sich zu verjüngen.
00:12:19: Und wenn wir weiter in die Kulturgeschichte Mittel- und Nordwesteuropas vor allen Dingen schauen dann sehen wir das auch woanders Feuer verwendet wurde.
00:12:31: Haben wir ganz viele historische Nachweise zum Beispiel dass zu Zeiten der ganz großen Landnot im ausgehenden späten Mittelalter besiedelt und bewirtschaftet haben, wie die Moorflächen in Ostfriesland.
00:12:47: Und die mit sehr großem Geschick oberflächlich gebrannt haben um dann damit mit der Asche das zu erzeugen was es früher noch nicht gab in Form von Kunstdünger nämlich Ascher als Dünger um dann diese Flächen zu bewirtschaften.
00:13:05: Wir finden vor allen Dingen in historischen Dokumenten beispielsweise In dieser Darstellung in einem Ölgemälde von Ero-Jernefeld aus dem neunzehnten Jahrhundert, dass das Feuer hier an Europa eingesetzt wurde vergleichsweise eigentlich mit dem Wanderfeldbau in den Tropen und anderen Regionen der Welt.
00:13:30: Und diese sehr reichhaltige Geschichte der Feuernutzung haben wir überall in den deutschen Mittelgebirgen vor allen Dingen hier auch im Schwarzwald in der Nähe von Freiburg, wo bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das sogenannte Reutebrennen sehr weit verbreitet war.
00:13:50: Und wenn wir heute beispielsweise in das Bild der Landschaft des Schwarzwalts und vor allem der Vorbergzone schauen, dann finden wir eine sehr fein gegliederte Landschaft die widerspiegelt dass es dieser kleine Walteigentum war, der bäuerliche Wald, der historisch gesehen immer wieder durch die sogenannte Brandwirtschaft bewirtschaftet wurde.
00:14:23: Auf diesem Waldflächen wurde der Wald, das war ein sogenannter Niederwald oder ein Mittelwald, der aus Stockausschlag hochgewachsen ist, verwendet Für Brennholz, für Bauholz wurde die Rinde als Gerbrinde.
00:14:39: Und dann wurde das feine Astmaterial verbrannt um damit Dünger zu schaffen.
00:14:47: und hier gibt es in der Nähe von Freiburg eine Initiative diese alten Landennutzungstechniken und damit auch dem Brandwald-Feldbau alle paar Jahre mal wieder praktisch in so einer musealen Demonstration wieder aufleben lässt.
00:15:11: Und hier sehen wir ganz schön, dass es einige Jahre her, wo gezeigt wurde wie man eben im zehnten Jahrhundert die Felder so bewirtschaftet hat das sie für einige Jahre dann landwirtschaftlich genutzt wurden und anschließend der Wald wieder auf diesen Flächen hochgewachsen ist.
00:15:30: ich gehe nochmal zurück Dieses Wissen und die Techniken, die sind heute noch bei einigen älteren Landwirten vorhanden gehen aber etwas verloren über die Zeit.
00:15:44: Und wenn wir in topografische Karten oder in die Ortsnamen reingehen da finden wir sehr viele Namen an diese Brandtechnik erinnern.
00:15:54: Jetzt wird es interessant dass Auch in der modernen Landschaft, wie zum Beispiel im Kaiserstuhl bei Freiburg eine Landschaft die durch große Flurbereinigung umgelegt wurde.
00:16:07: Das hier plötzlich große Bischungen entstanden, die ja von Wald und Buschland überwachsen wurden und wo dann wir in den neunzehnten neunziger Jahren die Anwendung von kontrollierten Feuer getestet haben, um diese Flächen frei zu halten.
00:16:27: Und das sind hochinteressante Flächen, die dann wenn sie freigehalten werden von Wald oder Busch eine sehr viel höhere Biodiversität haben.
00:16:38: Von vielen Insekten und Pflanzenarten, die eben auf dieses Offenland angewiesen sind.
00:16:45: Wenn wir noch mal zurück jetzt in die Heidelandschaft gehen wie beispielsweise hier in die Lüneburger Heide von ihrem naturschutzfachlichen Wert sehr hochwertig ist, gleichermaßen eben aber auch angenommen wird von vielen Erholungssuchenden.
00:17:02: Dann ist es eine Landschaft die durch diese intensive Beweidung, durch die intensive Bewirtschaftung und durch die Nutzung von Feuer historisch so entstanden ist.
00:17:14: Und was jetzt passiert?
00:17:16: Und übrigens die Feuerspuren hier.
00:17:19: in kurzer Exkurs auf den Dünnenheiten, auf der Insel Hiddensee und der Ostsee finden wir tatsächlich sehr viele Feuerschpuren.
00:17:29: In einigen wenigen der alten Zeugenbäume, die man dort noch findet.
00:17:36: Was jetzt aber passiert?
00:17:38: Das ist vor allen Dingen in den großen Heidegebieten in den östlichen Bundesländern wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern.
00:17:48: Sachsen der Fall dass wenn die Heide nicht mehr bewirtschaftet wird oder auf diesen ehemaligen Standorten des Militärs also militärische Übungsgebiete wo es auch immer wieder gebrannt hat jetzt Die Heide übernommen wird von einem Pionierwald und dann damit das Artenspektrum was Die Zwergstrauchheiten in ihrem Offenland-Lebensraum haben verloren geht.
00:18:17: Wenn jetzt also hier Bürger und Kiefer einmarschieren, den Wald überwachsen dann ist dieser Lebensraum bedroht.
00:18:25: Und so haben wir schon vor über zwanzig Jahren angefangen die alten Brenntechniken anzuwenden um – das mag für viele so ein bisschen Paradox klingen – um hier die Entstehung vom Wald zu verhindern Und zwar deswegen, weil diese Schutzgebiete die im Übrigen alle unter europäischen Naturschutzrecht als FFH-Gebiete ausgewiesen sind.
00:18:48: Dass diese eben erhalten bleiben mit dieser andersartigen und sehr viel größeren Biodiversität als Waldstandorte.
00:18:58: Das was hier wie ein Waldbrand aussieht ist tatsächlich einen Pflegebrand in einem Zustand wo dieser Wald schon mehr angefangen hat zu überwachsen.
00:19:11: Und hier sieht man das auch vergleichbar in der Drogerheide, in Nordrhein-Westfalen, die eine sehr viel wüchsigere Heide ist und wenn nichts gemacht wird, geht dieser Lebensraum verloren.
00:19:23: Wenn man das kontrollierte Feuer hier richtig einsetzt und es schafft diese Überwaldung zu stoppen, sieht man dass gleichzeitig die Heidewegitation selbst sehr gut reagiert auf das Feuer aus dem Stockausschlag und aus der Samenbank.
00:19:43: Und dass sich hier eine Regeneration der Heide einsetzt, die jetzt insgesamt über die Jahre hinweg eine Kombination von Beweidung, von Mat durchaus Eingriff auch von einzelnen Baumentnahmen aber dann wenn die Heide droht zu überaltern so im Alter von fünfzehn bis zwanzig Jahren Dann wird sie nicht mehr angenommen von den weiten Tieren, weil sie einfach verholzt und dann eben durch kontrolliertes Brennen verjüngt wird.
00:20:16: Und hier liegt in Deutschland sehr viel Erfahrung vor in verschiedenen Regionen Deutschlands.
00:20:25: Dazu muss ich aber eines sagen – alle diese Anwendungen in unserer Kulturlandschaft Das sind Ökosysteme, die keine natürlichen Feuerökosystems sind.
00:20:38: Es sind praktisch Anthropogen vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft in der eben das Feuer diese Landschaft historisch gesehen mit geprägt hat.
00:20:50: Warum das beispielsweise auch Relevanz für die Euro-Mediteranen Länder hat ist relativ klar, denn... Diese Form des Landmanagements war in Südeuropa im mediterranen Raum im Grunde genommen identisch.
00:21:06: Nämlich die intensive Nutzung der Landschaft, die dazu geführt hat dass unter anderem eben solche Brände wie wir sie heute sehen nie stattgefunden haben weil solche Wildfeuer von denen wir ja heute sprechen praktisch weniger ein Brennmaterial zur Verfügung hatten als Sie das heute haben, wenn diese Landnutzung aufgegeben wird.
00:21:34: Und dann entwickeln sich hier diese Einsatzphilosophien.
00:21:38: Wann kann man Feuer eben anwenden?
00:21:40: Es ist im Wesentlichen eine Substitutionsmaßnahme.
00:21:45: Wenn intensive Beweidung, intensive Landnitzung nach und nach wegfällt, dann kann man auch zur Ersatzmaßnahmen brennen, auch greifen Auch wenn beispielsweise die Naturschutzgesetzgebung mit dem Bundesnaturschutz-Gesetz als Rahmengesetz und die Landesnaturschutzgesetze generell verbieten, das brennen auf der Fläche.
00:22:10: Deswegen sieht man das heute auch bei uns nicht aber dass auf Grundlage des Bundesnaturgesetzes eben solche Verbote auch aufgehoben werden können im Sinne des Naturschutzes beispielsweise in der Landschaftspflege sind und ein öffentliches Interesse vorliegt.
00:22:33: Dazu haben wir dann, in den neunziger Jahren und Anfang der Zweitausender auch eine fachliche Ausbildung begonnen wie beispielsweise der kontrollierte Feuereinsatz bei der Böschungspflege mit sehr, sehr hohen Bedingungen und Auflagen verbunden ist, um nicht das zu tun was früher mit dem sogenannten Flemmen sehr unkontrolliert passiert war.
00:22:58: Dahin wollen wir nicht wieder sondern dass dann auf Basis der Empfehlungen aus Facheinrichtung wie beispielsweise der Arbeitsgruppe Feuerökologie hier nur unter bestimmten Bedingungen gebrannt werden kann und dass dazu diejenigen die das tun seines die Winzer, die Landwirte oder Fachkräfte auch ausgebildet und zertifiziert werden müssen.
00:23:27: Und alles das was ich jetzt über Deutschland sage spielt sich im Grunde genommen vergleichbar bei unseren Experten-Kollegen im Mittelmeerraum in den Südeuropäischen Ländern auch ab.
00:23:46: Und wenn wir jetzt nochmal in den Wald reinschauen.
00:23:50: Jetzt haben wir hier Aufnahmen aus Deutschland und Sibirien, die irgendwie auch stellvertretend dafür sind was wie bei den großen Brennen um Bordeaux.
00:24:02: Wir sehen hier Kiefernwerte, wir sehen links Bilder von einem durchforzeten Kiefernbestand wo das Durchforsungsmaterial nämlich die Bäume die zur Auflichtung des Bestands herausgenommen wurden liegen bleiben.
00:24:18: Die dann in einem Wald das notwendige Brennmaterial und die Energie zur Verfügung stellen dass solche Feuer sehr intensiv brennen sich zu kronen Feuern entwickeln.
00:24:29: Und wenn wir hier auf andere Landschaften der Welt schauen und jetzt springen wir mal nach Nordamerika in den Südosten der Vereinigten Staaten, dann sehen wir sehr große Kiefernwaldlandschaften die geprägt sind durch regelmäßige Blitzschlagfeuer aber auch eine Geschichte der Feuernutzung durch die indigene Urbevölkerung haben.
00:24:54: Die in diesen Wäldern immer wieder die Feuer gelegt haben um die Wälder als Grundlage für Jagd und für das eigene Überleben zu finden.
00:25:07: Wenn wir in diese Feuerwälde Nordamerikas schauen, dann sehen wir einen sehr großen Artenreichtum auf den Waldböden.
00:25:18: Die Wälden haben eine andere Struktur Sie sind aufgelichtet sie sind nicht dicht es sind sogenannte Lichtwälter.
00:25:26: durch einen Blitzschlagfeuer durchgebrannt werden, dann ist der Effekt nicht der das gesamte Waldbestand verbrennt sondern dass eben vor allen Dingen die weitständigen Bäume sehr feuerresilient sind.
00:25:41: Wir haben selbst diese Arbeiten hier im eurasischen Raum über viele Jahrzehnte durchgeführt.
00:25:47: und hier ein Beispiel aus unseren Forschungsarbeiten in Sibirien wo Dieser Wald, den wir hier sehen auf den Fotos und die Baumscheibe mit der Jaring-Analyse, die über mehrere hundert Jahre zurückgeht, genau die gleiche Kiefernart ist wie wir sie in Deutschland haben.
00:26:07: Die heimische Waldkiefer für diejenigen, die sich wissenschaftlich auskennen, die Pinos Silvestris Und diese heimischen Waldkiefe hat eine ungeheurere Resilienz gegenüber solchen regelmäßigen Bodenfeuern Und das drückt sich aus, wenn wir die Feuergeschichte über die Jaring-Analyse von solchen Bäumen analysieren.
00:26:33: Wenn man sich die Bäume in vielen Wäldern Sibirians anschaut, dann haben viele Bäume von denen sogenannte Firescars.
00:26:42: Das sind Feuerwunden und das ist hier abgebildet in der Baumscheibe wo Die Kiefern, die eine unheimliche Kraft haben an solchen Schaden sei es durch Borkenkäfer oder durch Feuer zu überwinden.
00:26:58: Dann durch den jährlichen nachwachsenden Jahrling versuchen diese Brandwunde zu überwachsen das dann aber nicht mehr ganz schaffen weil dann das nächste Feuer kommt.
00:27:11: und wir haben festgestellt dass die natürlichen Feuerintervalle in diesen offenen Kiefern und Lärchenwäldern Sibirians, in der Größenordnung zwischen fünfzehn, zwanzig und dreißig Jahren liegen.
00:27:23: Und dann räumen diese Feuer den Wald immer wieder auf!
00:27:27: So stellen sich dann die Naturwäder so dar wie offene parkartige Lichtwäler, indem die Brandlast relativ gering ist und wo die Natur bzw das Feuer die Aufgabe übernimmt, diese Wälder letztendlich vor allem destruktiven Kronen vorher zu bewahren.
00:27:51: Und das ist eine große Herausforderung, dass wir uns hier in Deutschland, wo sehr viel über die Anfälligkeit der Kiefer wie beispielsweise in Brandenburg und auch in anderen Bundesländern gesprochen wird, wenn wir sehen, Das ist die selbe Baumart wie in Sibirien.
00:28:14: Die ist genetisch auch genau dieselbe, da gibt es keine Unterschiede.
00:28:19: Dass sie wenn sie anders bewirtschaftet wird als im dichten Plantagenwald eine ungeheure Resilenz und Anpassung an Feuer hat.
00:28:27: Und daraus ergibt sich beispielsweise eben auch das was Auch die Experten im Euro-Mediterranenraum zunehmend fordern, dass wir in Nachahmung dieser natürlichen Rolle von Feuer in diesem Ökosystem im Grunde genommen auch das Feuer mit einbringen können.
00:28:51: Ob man es dann am Schluss macht ist noch immer eine zweite Frage.
00:28:56: auch noch ein bisschen auf andere Nebenwirkungen des Feueres zu sprechen als eine Bewirtschaftungsmaßnahme.
00:29:02: Und wir selbst haben hier im Großraum Freiburg schon in siebziger Jahren Tests durchgeführt, inwieweit die tatsächlich hier bestehenden Kiefern-Aufforstung wie wir es ja vorwiegend haben tatsächlich eben mit Feuer klarkommen, das haben wir immer wieder mal auch hier nochmal im Bereich von Breisach Südbaden in der Nähe von Freiburg immer wieder getestet.
00:29:31: Hier einer der Testbrändel im Jahr two-tausend acht dass man mit dem Feuer wenn man es richtig macht mit der notwendigen Erfahrung die natürlich ja nicht überall vorliegt aber die man sich erarbeiten kann, dass man hier mit dem Feuer tatsächlich auch in einem solchen Wald arbeiten kann.
00:29:54: Und jetzt komme ich auf etwas was im Grunde genommen so vergleichbar ist mit dem Feuer.
00:30:02: das ist die Waldweide, die in Deutschland, in Mitteleuropa und auch an anderen europäischen Ländern heute verfehmt ist.
00:30:12: sie ist nicht verboten.
00:30:14: Es wird viel gesagt, dass Waldweide bei uns verboten ist.
00:30:17: Aber das ist nicht der Fall!
00:30:18: Waldweider ist möglich.
00:30:20: Waldweiden ist vor allen Dingen auf gezielt strategisch angelegten Waldbrandschutzkorridoren sogar notwendig.
00:30:28: und wenn wir in Darstellungen aus dem Spätmittelalter schauen wie links dieses Gemälde oder die intensive Beweitung durch Schafe im Kiefernbestand dann machen die Tiere dort dass sie nämlich unter kontrollierten Bedingungen das Brennmaterial wegfressen und daraus Milch, Fleisch, Nahrungsmittel machen.
00:30:55: Und das steht dann im Feuer eben nicht zur Verfügung.
00:30:58: Wir nennen sowas diese Multifunktionswälder sind quasi so etwas wie Agroforstwirtschaft wir nennen es agrosilvopastorale Systeme die am Schluss eine Vielzweck, eine Mehrzwickfunktion haben.
00:31:15: Die wiederum kann man auch mechanisch erreichen und das ist da wenn wir eben nicht die weite Tiere haben oder auch nicht die Unternehmer und die Schäfer haben, die das machen können.
00:31:26: Und was mal hier sieht es hoch interessant dass unsere Kollegen in Nordamerika Wir sind hier in Kalifornien wo hier ein Waldbrand Schutzkorridor aufgebaut wird.
00:31:36: Das ist ein offener parkartiger Bestand.
00:31:39: Die Amerikaner haben da den Unimog mit Geräten, wie wir sie auch hier in der Landschaftspflege verwenden.
00:31:47: Nämlich Schlägel-Mulchgeräte die jetzt das Brennmaterial zerkleinern.
00:31:54: Es auf dem Standort belassen als bodenschützende Schicht aber dann eben was man hier im rechten Bild sieht die Landschaft so aufgliedern dass sie halt fragmentiert wird, das große geschlossene Waldgebiete wie zum Beispiel in Bordeaux was wir da gesehen
00:32:10: haben
00:32:11: die überhaupt nicht unterbrochen sind wo dann die Feuer auch gar nicht mehr aufzuhalten sind.
00:32:17: Dass die hier in diesem Schutzkorridoren eben eingefangen werden können weil hier weniger Brennmaterial ist Die Bäume sehr offen und weitständig stehen Und hier sogar mit Fahrzeugen reingefahren werden kann Und hier mal nur so einfach schematisch in den Raum geworfen.
00:32:36: So würde man denn dann ein geschlossenes Waldgebiet aufbrechen, ja?
00:32:43: Indem man einen Korridor hinein liegt.
00:32:46: der kann mehrere hundert Meter sein gerade im Hinblick auf Flugfeuer die ja manchmal über größere Distanz und weitergetragen werden und das dann hier eine solche Waldlandschaft sicher vor Waldbrand ist.
00:33:04: Und da gucken wir immer mal wieder in die alten Büchereien, vor mehr als ein hundert Jahren hat der Forstwissenschaftler Wagner von dieser räumlichen Ordnung im Walde gesprochen und das ist etwas ein Konzept wo wir denken dass es wieder belebt werden muss.
00:33:26: Und das bringt uns natürlich zu dieser ganzen Totholz-Debatte, die uns begleitet seit vielen Jahren schon in Deutschland.
00:33:32: Da haben wir ein großes Problem dass Tothols in bestimmten kritischen Lagen und Situationen sehr kontraproduktiv sein kann weil sich das Einbrennen von einem Feuer in einem ausgetrockneten mit Totholds belasteten Wald zu einer sehr viel höheren Intensität und Schwere der Brände führt.
00:33:58: Und das ist auch was wir in Südeuropa sehen, dass eben Schutzkonzepte wie Liegenlassen von Totholz oder die Entwicklungs- vom Wildnisgebieten ein großes Risiko bergen kann – nicht überall!
00:34:15: Aber Dort, wo wir solche Gebiete haben die in solchen langen Trockenzeiten und Hitzeperioden Wir sind jetzt in der dritten Hitzewelle hier bei uns.
00:34:25: Wir haben monatelange Trockenzeit Sind viele dieser Totholzlagen völlig ausgetrocknet.
00:34:31: Wenn diese jetzt brennen dann erzeugen sie durch das was wir Die Verwaltzeit eines Feuers nennen nämlich das Feuer was sich gar nicht im Gelände bewegt sondern Im Standort sich sozusagen in den Boden einbrennt, die Bodenerganismen im Wurzelraum durch die hohen Temperaturen vernichtet und zerstört.
00:34:56: Und das ist etwas was mit Überlegungen dieser Schutzkorridore mit einfließen muss.
00:35:03: Dann ist es wieder ein großes Paradoxon dass wir sehen, dass ausgerechnet die Kiefernwilde – Wir sind hier in Mecklenburg-Vorpommern in einem Kiefernwald auf einem ehemalig militärisch genutzten Standort.
00:35:19: Diese Wälder alle paar Jahre durchgebrannt sind, die sozusagen darüber hinaus sogar noch intensiv mit Harznutzung genutzt wurden.
00:35:30: Das sieht man hier im vorderen Bild des Baums, das interessanterweise Genau diese Wälder, die immer wieder gebrannt haben in diesem Fall aufgrund des militärischen Betriebs eine geringe Last an Brennmaterial haben.
00:35:50: Und wenn wir dann mal die gesamten etwa knapp siebenhunderttausend Hektar aktiver und ehemaliger Truppenübungs- und Schießplätze in Deutschland sehen davon sind um die zweihundfünfzig tausend Hektar Munitionsbelastet und die meisten Flächen hier vorn stehen unter Naturschutz oder haben naturschutzfachlichen Wert.
00:36:18: Und hier haben wir jetzt nun die Herausforderung, wie man mit diesen Altlasten umgeht.
00:36:24: Das haben wir ja alle in den letzten Jahren schon gehört dass es immer diese großen Probleme auf den munitions belasteten Standorten gibt wo man die Feuer nicht bekämpfen kann.
00:36:35: und tatsächlich wenn man da nichts macht dann haben wir schon ein Problem, ein Problem der Sicherheit.
00:36:41: Denn das was man hier als Ernte von Kampfmitteln sieht.
00:36:45: ich gehe nochmal das Bild zurück Wir sprechen jetzt hier über eine Versuchs- und Testanlage wo Wege frei geräumt werden und auf ne Tiefe bis zu zwei Meter beräumten werden damit Fahrzeuge auf diesen Wegen sichern fahren können dass hier nun jede Menge Kampfmittel liegen die teilweise nicht mehr aktiv sind, aber teilweise hochgradig explosiv.
00:37:11: Und da haben wir in einem größeren, jetzt spreche ich über unsere eigenen Arbeiten hier in Deutschland Forschungs- und Entwicklungsvorhaben Technologien umgesetzt oder umgebaut das wir ehemalige gepanzerte Fahrzeuge Panzer umgebaut haben für die Zwecke zum Naturschutz zu kontrollieren und zum kontrollierten Brennen auf kampfmittelbelasteten Standorten.
00:37:40: Das ist so was wie das symbolische Schmieden von Schwärtern zur Flugschahn.
00:37:48: Klingt ein bisschen paradox, es sind alte Kampf- und Kommandopanzer die jetzt benutzt werden
00:37:53: um
00:37:54: kontrollierte Feuer sicher zu legen.
00:37:57: Die Besatzungen sind geschützt durch die Panzerung.
00:38:00: Man sieht hier einen Zündpanzer der mit zwei verschiedenen Geräten dieses kontrollierte Brennen auf einem kampfmittelbelasteten Standort durchführen kann und dann einen Löschpanzer, der dazu dient dass diese kontrollierten Brände nicht ausbrechen über die Fläche hinaus.
00:38:21: Beide Fahrzeuge bewegen sich auf tiefen bereumten Wegen und damit sicher.
00:38:27: Und hier haben wir – wir blicken jetzt ins Jahr zwölf – das ist jetzt immerhin schon vierzehn Jahre her auch erstmalig schon Drohnentechnologie und auch Fesselballons eingerichtet, um dann – weil die Einsatzleitung bei solchen kontrollierten Brennen auf Kampfmittelbelastungsstandorten hat den Sicherheitsabstand von einem Tausend Metern einzuhalten.
00:38:52: Das ganze Eben aus der Luft beobachtet von der Drohne wie die Zündpanzer das kontrollierte Feuer anlegen hier nochmal Blick von der drohne Und hier der Löschpanzer, den nun hingeht und die Feuer, die diese bräumten Wege versuchen zu überspringen oder darüber zu brennen unter Kontrolle hält.
00:39:16: Was passiert?
00:39:17: Die Umsetzung oder Explosion dieser Kampfmittel.
00:39:22: Ein Symbolbild hier unten drin.
00:39:25: Hier nochmal aus der Drohne ein Blick auf das gesamte Brenngeschehen.
00:39:31: Das wird so gesteuert... dass der Rauch aus diesem kontrollierten Feuer in die oberen Luftschichten abgeführt wird.
00:39:39: Dazu gibt es Brenntechniken, denn wenn wir ganz am Schluss nochmal auf das Problem Rauchbelastung eingehen ist es natürlich wichtig den bodennahen Rauch zu entfernen.
00:39:49: und was jetzt passiert ist, dass die Kampfmittel, die nicht direkt explodieren bei diesem Verfahren, dass sie freigelegt werden die jetzt durch das kontrollierte Brennen es erlaubt den Kampfmittelräumdiensten, diese Munition über die Jahre und Jahrzehnte stets aus dem Boden nach oben wächst sicher zu bergen vor Ort zu sprengen oder abzutransportieren.
00:40:20: Das ist ein Sonderfall der sich auf einige hunderttausend Hektar in Deutschland abspielt.
00:40:30: Und jetzt mal eine Frage vielleicht auch an die Zuhörer nachher, an Sie.
00:40:34: Haben sie schonmal gehört dass das angewendet wird?
00:40:39: Wir zumindest hören es nicht!
00:40:43: Denn die deutschen Behörden wenden diese Technik, die wir genau für die Nutzung in Deutschland entwickelt haben, die in Deutschland zur Verfügung steht, die wird nicht angewendete Wie vieles andere auch in Deutschland?
00:40:57: Klammer auf noch?
00:40:59: Fragezeichen nicht angewendet werden.
00:41:03: Jetzt springen wir aber mal in die Normalsituation wie eine Gemeinde, eine Stadt zusammen in der Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Forst- und Waldbesitzern sich vorbereitet.
00:41:17: Und hier Herr Fris sie sagten Sie haben mich zitiert aus dem Jahr zwei tausend achtzehn wo ich eine Aussage gemacht habe was hochinteressant war das sechs Jahre zuvor, zwei tausend zwölf.
00:41:30: Die Amtsleitung der Feuerwehr Freiburg auf uns zukam und fragte, wird denn Südwestdeutschland, Südbaden oder den Raum um Freibürg eines Tages auch mal gefährdet sein werden durch Brände?
00:41:46: Müssen wir uns davor bereiten?
00:41:49: Dann blieb mir nichts anderes übrig hat zu sagen ja das kommt auf uns zu!
00:41:53: Und dann haben wir angefangen Mit der Waldbrandkartierung haben angefangen eine Task Force aufzubauen, die nennt sich Task Force Landschaftsbrand.
00:42:05: Und wenn Sie auf diesen Bildern bei der Ausbildung schauen dann sehen sie keinen Feuerwehrfahrzeug und kein Löschwasser sondern Handgeräte und vor allen Dingen die Feuerkanne die benutzt wird um mit Vor- und Gegenfeuern ein Feuer zu bekämpfen, einen Wildfeuer.
00:42:23: Ein Waldbrand, ein Feuer im Feld.
00:42:26: Das ist.
00:42:26: das was hier geübt wird basiert unter anderem auf den Eurofire-Kompetenzstandards die wir zunächst für Europa an dem Jahr twohntausend sechs bis zweihtausend acht entwickelt hatten dies mittlerweile in Jahr zwanzig Sprachen gibt wo diese Techniken der Anwendung von Feuer als ein Werkzeug, dort Feuer zu bekämpfen und unter Kontrolle zu haben behalten.
00:42:58: Wenn Sie keine Technologie haben wie Feuerwehrfahrzeuge oder Flugzeuge wo sie vor allen Dingen keinen Löschwasser haben was ja in vielen Regionen der Welt knapp ist.
00:43:09: Und diese Ausbildung hat sich hier bewährt denn als viele Waldbesucher, ungeheuer viel Waldbesuche die jetzt nicht mehr in Urlaub fahren konnten aufgrund der Corona-Restriktion dann in die Wälder um die Gemeinden herum gegangen sind.
00:43:30: Nicht nur in Freiburg sondern überall in Deutschland und da auch das unsach gemäßes Feuer mit eingebracht haben.
00:43:37: Und dann hat es auch im Freiburt gebrannt im Schauensland massiv und da war die Taskforce vorbereitet und diese Brände relativ schnell entgriff bekommen und zwar dadurch dass sowohl die Einsatzkräfte der Feuerwehr als auch die Mitarbeiter Forst eben so ausgebildet waren, dass sie auch jenseits der Waldstraße, jenseites der Landstraße mit ihrem Handgerät und ihrer Kenntnis wie man Feuer mit Handgeräten einfängt gearbeitet hat.
00:44:11: Nun auf Blick auf das ganze Deutschland wir sehen hier die Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
00:44:21: Wir haben in Deutschland ausschließlich Statistiken für Waldbrand, nicht für Brände im Offenland – das fehlt uns in Deutschland!
00:44:31: Was aber hochinteressant ist wenn wir erstmal bei den Waldbränden bleiben und dass in die offiziellen Statistik bis zum Jahr vor vier Wochen veröffentlicht, sehen Sie, in vielen Jahren größer ist als der der Nadelwälder.
00:44:50: Und Hoppler, auch hier sind die Tatsachen andere als das was so generell gesagt wird dass die Laubwälter schwerer brennen.
00:45:00: Der Klimawandel hat das alles verändert.
00:45:03: Wir sehen, dass unsere Laubwelter anfälliger geworden sind Dass wir vor allen Dingen eben auf Diese Feuer haben die im Land, in der Landwirtschaft, in den Landwirtschaftsflächen und Offenlandflächen brennen.
00:45:18: Und wenn wir hier noch mal Satellitendaten anschauen – das ist die Auswertung von Copernicus-Daten in den letzten Jahren – dann sehen wir beispielsweise, wenn wir die vorletzte Säule also die zweite von rechts sehen, dass es das Jahr Da haben wir in Deutschland eine Brandfläche von fünftausendfünfhundert Tec da.
00:45:41: Davon war aber nur ein Teil Wald, das andere der Hauptteil ist im Offenland und wir haben hier zwei tausendsechsundzwanzig.
00:45:48: diese Daten sind bis Ende Juni dieses Jahres auch große Flächen.
00:45:53: Das sind aber alles offenen Landflächen.
00:45:56: Und wenn wir nochmal andere Satellitenquellen vergleichen, das sind diese dunkelrot oder bräunlich markierten Säulen sind Brände im Offenland.
00:46:07: Und das wird hier in Deutschland im Grunde genommen wenig wahrgenommen.
00:46:11: und wenn wir dann auch in die Statistiken hineinschauen, dass es hier veröffentlicht vor einigen Monaten aus dem Bald-Zustandsbericht, so wie der Anteil von Totholz in unsere Landschaft zunehmend, dann sehen frei ohne die Debatte über die Biodiversität und die Rolle von Totholz.
00:46:34: Wir sehen, dass in Zusammenhang mit dem Klimawandel sich hier etwas entwickelt was anders ist eine andere Erfahrung als früher.
00:46:43: Die Laubfelder sind brennbarer geworden das Tothols bringt Probleme mit sich Und die Brände berühren sogar unsere Ortschaften.
00:46:53: Auch das wird irgendwie nicht so richtig wahrgenommen, dass wir hier in Deutschland viele Fälle hatten wo große Brände erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet haben und das wollte ich nur mal mit diesen einigen Bildernreview passieren lassen.
00:47:12: Und jetzt kommen wir zum zweiten Modell.
00:47:15: Während des Freiburger Modells praktisch Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Waldbesitz und den Akteuren in einer Kommune, im Hinblick auf die Fähigkeit, Brände sicher schnell und fachlich richtig zu bekämpfen.
00:47:32: Geht es bei der Modellstadt Belitz in Brandenburg darum?
00:47:36: Dass diese Gemeinde, die einige Ortsteile hat, die in diesen Kiefernwäldern in Brandnenburg liegen, dass sie jetzt sich aufgemacht hat und ihre Stadt, die Ortsteile durch Waldbrandschutzkorridore sichert.
00:47:55: Und das ist jetzt ein Vorhaben was in den ersten Jahren ist wo um diese Gemeinde herum jetzt Waldbrand-Schutz Korridor aufgebaut werden die dann wiederum und jetzt komme ich wieder auf die Waldweide zurück durch kontrollierte Waldweiden vom Bewuchs freigehalten werden, sodass wenn hier aus dem inneren Waldraum ein Feuer auf die Gemeinde zuläuft dass es hier sicher gestoppt werden kann.
00:48:29: Die Zeit ist gelaufen wir haben schon zehn vor neun.
00:48:31: ich komme aber auch langsam ins Finale und möchte jetzt trotzdem nochmal auf andere Teile der Welt schauen wie beispielsweise die Rauchentwicklung und Rauchbelastung wie hier im Jahr die aus Nordamerika kommt, aus Kanada kommt den europäischen Kontinent erreicht hat.
00:48:54: Das ist auch letztes Jahr der Fall gewesen und dieses Jahr.
00:48:59: Und dann nochmal auf ein Phänomen eingehen dass wir hier in Europa haben nämlich das exzessive Brennen von landwirtschaftlichen Flächen außerhalb der Europäischen Union.
00:49:15: Innerhalb der EU Wenn man so will quasi verboten, es ist nicht überall verboten das Felder brennen.
00:49:24: Aber es wird sanktioniert da landwirtschaftliche Betriebe die beispielsweise ihre Stoppelfelder an abbrennen keine entsprechende Subventionen bekommen und daher wird es auch bei uns in Europa in der Europäischen Union nicht praktiziert.
00:49:41: Wenn wir aber nach Osteuropa gehen oder zum Beispiel hier in die Russische Federation, dann sehen wir das vor allen Dingen im westlichen Teil Russlands – es ist eine Karte aus die etwa zwanzig Jahre alt ist, die aber in dieser Form heute noch gilt -, dass das Verbrennen von Landwirtschaftsernterrückständen eine sehr große Dimension hat.
00:50:06: Und es ist ausgerechnet das Osteuropa, wo aufgrund der vorherrschenden Luftmassenbewegung die Emission und darunter auch der schwarze Kohlenstoff quasi der Feinstaub aus solchen Agrarbränden in Richtung Norden, in Richtung Arktis transportiert wird.
00:50:29: Hier sehen wir diese Modellierung von dem Transport von schwarzen Kohlenstoff, von Asche aus diesen Landwirtschaftsbrennenden in Ostereuropa in die Arktis.
00:50:42: Und das bedeutet, dass wenn wir hier nochmal zurückgehen, dass eine Deposition dieser schwarze Ruhspartikel auf dem Eis und auf dem Schnee dazu führt, dass die Eis- und Schneeschicht sich schneller abschmilzt.
00:50:59: Diese Phänomene der transkontinentalen Transport von Rauch ist schon alt.
00:51:07: Ich blicke hier auch noch mal mehr als zwanzig Jahre zurück nach Sibirien in die Transpikal-Region, wie hier der Rauch aus den Bränden über Japan, über dem Pazifik transportiert wird... dass die Rauchbelastung vor allen Dingen im Osten der russischen Federation also im fernen Osten wo die vorherrschende Hauptwindrichtungen die Rauchbelastung aus Zentralsibirien stets hintreibt, dass wir hier ganz große Probleme haben mit der Beeinträchtigung der Gesundheit.
00:51:45: Und hier aus unserem Institut einige Untersuchungen über die Roos Partikel aus solchen Bränden, die wenn sie sich dann einlagern in der Lunge zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen.
00:52:01: Sorry, das sind jetzt ein paar Folien auf Englisch.
00:52:03: Aber ich denke, dass sie das verstehen, dass hier vor allen Dingen die in rauch enthaltenen Stoffe die Menschen treffen, die unter Herz-Kreislaufstörung leiden, Asthmatiker besonders junge Kleinkinder, alte Menschen.
00:52:23: und wenn wir uns mal die Bilanz hier anschauen auch hier hat unser Institut eine Hochrichtung gemacht wie hoch Der frühzeitige Tod von Menschen ist wie umfangreich der frühzeitigen Tod aus dieser Rauchbelastung.
00:52:39: Dann kommen wir zur Schlussfolgerung, die durch weitere internationale Untersuchungen gestützt wird, dass dies jährlich zu um die zweihunderttausend Todesfälle führt.
00:52:52: Das sind Menschen, die versterben, die normalerweise ohne diese Rauch belastung nicht sterben würden.
00:52:58: also der früh zeitige Tod Ja damit, ich gehe hier nochmal zurück auf dieses letzte Bild.
00:53:08: Habe ich im Grunde genommen versucht ja wir sind mittlerweile bei einer knappen Stunde einige Facetten aus dem ganzen Feuer geschehen in Europa in Deutschland und weltweit aufzuzeigen die vor allen Dingen eines zeigen nicht grundsätzlich immer sagen Feuer ist gut oder Feuer ist schlecht.
00:53:32: Wir haben gesehen, dass Feuer in vielen Ökosystemen eine natürliche oder naturgemäße Rolle spielt das diese Prinzipien anwendbar sind in der Landbewirtschaftung, dass wir aber auch Kollateralschäden haben wie beispielsweise die Schäden durch Emissionen wenn es exzessiv und zu viel wird.
00:53:58: Hier jetzt zur Schlussfolgerung zu kommen.
00:54:00: Für das Management, für die Vermeidung oder Nutzung von Feuer ist eine sehr komplexe Aufgabe.
00:54:08: Ich möchte uns aber alle nicht entlassen ohne mal zu schauen was in den nächsten Wochen auf uns zukommt.
00:54:15: Diese Karte ist sehr grob aufgelöst weil sie auch mit Wetterdaten gefüttert wird nicht so fein aufgelöst vorausberechnet werden können, ich spreche über die nächsten Monate.
00:54:27: Wir haben hier die Vorhersage des sogenannten Feuerwetterindexes.
00:54:33: das ist ein kanadischer Index der vergleichsweise wieder Waldbrand- und Grasbrandgefahrenindex in Deutschland.
00:54:41: Die Gefährdung durch die meteorologischen Bedingungen zeigt dass das Brände entstehen kann.
00:54:51: Und wir sind hier im Zeitraum, wenn Sie oben die Zeilett gucken zwischen den neunzehnten Juli.
00:54:57: Der liegt schon ein bisschen hinter uns und dem achtzehnte August.
00:55:03: Das ist ganz interessant weil diese Vorhersage es vor vielen Monaten schon gemacht worden das hier in Deutschland Wir im Südwesten tatsächlich einen höheren Gefahrenindex haben als im Nordosten.
00:55:21: Wenn wir jetzt schauen auf den August-September, das heißt ab dem achtzehnten August bis zum siebzehnte September ist nach dieser Vorhersage die auf der Basis der Wetterdaten der nordamerikanischen Wetteradministrationen generiert wurden werden wir moderates Feuerwetter haben.
00:55:43: Und dann wenn wir jetzt wieder in die Zeit bis siebzehnte Oktober gehen in Deutschland wieder ganz extreme Gefährdung haben.
00:55:55: Das ist ein Signal aus dem Global Fire Monitoring Center, hier ist unsere Webseite gfmc.online.
00:56:03: Da finden Sie dann auch eine Unterwebs- seite zur Situation in Deutschland und hiermit übergebe ich Herr Fries an Sie.
00:56:15: Vielen vielen Dank.
00:56:18: Es war genau, wir haben jetzt sehr viel gehört und ich will bevor wir in die Fragen einsteigen.
00:56:22: Wir werden einfach etwas überziehen weil es glaube ich ein sehr wichtiges Thema ist.
00:56:27: Ich hatte einen Störgefühl.
00:56:29: Ich will das mit euch allen teilen.
00:56:30: Wir haben so viele Webinare gemacht zu Klimaschutz.
00:56:33: Wir hatten vor drei Wochen Professor Ramstorff zur Atlantischen Umwelt-Störung Und wir haben ganz viel über Klimaschutz geredet wie man was man noch tun kann Was man verhindern kann und ich glaube dass war... Unser erstes wirkliches Webinar zur Klimaanpassung in gewisser Weise.
00:56:51: Wir haben so lange Jahre auch damit gearbeitet und wir haben jetzt gar nicht gesprochen, es ist vorausgesetzt.
00:56:56: Herr Prof.
00:56:57: Goldhammer hat das immer wieder gesagt, wie wird der Klimamandel?
00:56:59: Das extremer macht schlimmer macht.
00:57:01: Deutschland oder Europa werden zu Waldkrant bieten... Das ist jetzt Realität!
00:57:07: Und diese Realität mit der müssen wir jetzt arbeiten.
00:57:09: und deswegen waren die ganzen Beispiele wo ich manchmal gesagt habe Warum zeigen Sie das denn jetzt?
00:57:14: Und ich finde am Ende ist es klar geworden, wenn wir dann auf die Karten schauen.
00:57:18: Dass wir in uns spätestens seit dem Jahr zwei Tausend Nacht sind.
00:57:21: aber ich denke seit diesem Jahr ist es clearer auch was Wald- und Landschaftsbränder angeht in Europa an einer neuen Realität sich befinden.
00:57:27: also bitte widersprechen sie mir weil mein Gefühl ist jetzt Wir sind einem anderen Punkt.
00:57:32: wir müssen natürlich weiter machen beim Klimaschutz.
00:57:35: Ja, dass es nicht noch extremer wird.
00:57:37: Aber wir sind schon an einem Punkt wo sich unser Klimasystem massiv verändert hat und vor diesem Extrem stehen.
00:57:44: Und das war so ein bisschen für mich – ich weiß nicht, ihr könnt ja nachher in der Webinar mal schreiben oder jetzt in den Fragen auch mal schreiben ob ihr das Gefühl auch hattet?
00:57:51: Also für mich war's auch in diesem Webinar so'n Shift von.
00:57:55: Wir haben ganz viel versucht das Schlimmste zu verhindern.
00:57:58: Jetzt sind wir aber am Punkt wo ganz schön viel passiert ... ändert sich dadurch das Thema und die Fragestellung so.
00:58:05: Ich will jetzt in die Fragen gehen, ich will das gar nicht weit machen aber ... ... hör gerne noch was Herr Goldammer dazu sagt.
00:58:10: vielleicht ist Ihnen das in Ihrer ganzen ... ... ich denke zurück an Ihre Zwei-Tausendachzehn-Aussage.
00:58:15: Mein Gefühl war sie haben mir diese Frage sowieso schon ganz vielen Stellen beantwortet.
00:58:19: zu ja... Und jetzt müssen wir etwas tun spätestens jetzt!
00:58:24: Klimaschutz ist weiterhin wichtig, aber wir sind in der Phase wo es ohne die Anpassungen nicht mehr geht.
00:58:31: Die Bundesregierung ruft zu einer Notstandskonferenz im Moment auf.
00:58:36: Das ist die Wasserlage, die extrem ist.
00:58:42: Wenn diese Konferenz jetzt einberufen wird um die gesamte Situation der Trockenheit und aller ihrer Auswirkungen auf die Wasserstraßen, auf die Trinkwasserversorgung, auf Landwirtschaft wenn das jetzt passiert sorry to say zu spät weil es schon Passiert es?
00:59:03: Wir haben eine Situation, die hat die Wissenschaft über Jahrzehnte vorausgesagt und Handeln angemahnt.
00:59:11: Und dazu gehörte das was wir dieses Jahr erleben.
00:59:16: Wer dir jetzt eine Konferenz einberufen wird hätte schon vor zehn Jahren, vor fünfzehn Jahre gemacht werden sollen.
00:59:23: Deswegen fordern wir auf und die entsprechende Pressemitteilung wird wahrscheinlich morgen oder Freitag raus wie dass wir zu einer Landschaftsbandkonferenz einberufen und zwar dann, wenn es noch nicht zu spät ist.
00:59:39: Dass wir uns proaktiv vor dieses Problem stellen.
00:59:45: Und da stimme ich mit Ihnen rube ein – das ist auch meine Wahrnehmung – Wir können etwas tun und erreichen!
00:59:57: Die Bandbreite der Palette auf die wir spielen müssen von der Forstwirtschaft über die Landwirtschaft, die Schaffung einer resilienten Landschaft.
01:00:09: Die Akteure, die mit dabei sind – von der Feuerwehr bis hin über den Landwirt in Förster bis hin aber auch zu den Freiwilligen, Zivilgesellschaft, Mitwirkungen der Zivil-Gesellschaft.
01:00:21: Das sehen wir hier an Spanien und Frankreich und Griechenland.
01:00:25: Die Menschen, die dort leben, die ihre Häuser haben, müssen damit machen weil der Staat kann die Häuser nicht schützen!
01:00:34: Das kann kein Staat, das müssen alle.
01:00:38: Und so müssen wir uns aufstellen und es ist ein Querschnitt, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
01:00:43: Und bitte schön nicht dann wenn's zu spät ist.
01:00:46: Ja ich gebe über Geb dann jetzt direkt in die Fragen sonst das Diskussion für den Geschnurrenzbeiden.
01:00:52: Herr Gott einmal ich glaube Ihre Filter... Wir sehen sie gerade nicht.
01:00:56: Gehen Sie mal ein Stück nach vorne.
01:00:57: Ich glaube Ihr Hintergrundfilter hat sie verschluckt sind noch ein schwarzes ...ein schwarzen Punkt, können Sie... Ja,
01:01:04: ich seh das aus.
01:01:06: Es ist ja ganz witzig, ne?
01:01:07: Ich weiß nicht was da jetzt gerade passiert.
01:01:10: Das ist ja schon komisch!
01:01:12: Ist die Kamera, ich glaube der Hintergrundfilter macht das.
01:01:17: Ja, aber ich
01:01:18: habe eigentlich gar nichts anderes gemacht.
01:01:19: also...
01:01:20: Ah, da sind sie wieder da!
01:01:24: Ja,
01:01:24: wahrscheinlich war das Licht.
01:01:25: Jetzt sind sie wieder da!
01:01:26: Gut jetzt übergebe ich aber für unsere erste Frage
01:01:31: an
01:01:32: Hardwick und Hardwick.
01:01:34: ist einer unserer Fördermitglieder schon mal schuld daran oder verantwortlich dafür, dass wir dieses Verbinar machen.
01:01:41: Er hat uns nämlich geschrieben und gesagt, hey macht das überhaupt?
01:01:45: Und deswegen kriegt er jetzt als unser Fördermitgliedungsinitiator dieses Webinars die Recht auf die erste und mögliche Frage.
01:01:51: Hartwig ich habe dir jetzt mal das Mikrofon angemacht.
01:01:55: Danke für deine Initiative.
01:01:56: und da eine Frage
01:01:57: Ja danke schön.
01:01:58: also.
01:01:58: vielen Dank Herr Prof.
01:02:00: Goldhammer für den interessanten Vortrag.
01:02:02: aber ich muss sagen es überrascht mich so ein bisschen, dass sie die ganzen ökologischen Fragen in der Landschaftsprävision und in der Brandprävention, gerade bei diesen Mega-Brennen so vernachlässigend.
01:02:14: Obwohl Sie davon auch wissen dass sie intensiv in Diskussion sind, gerade in südeuropäischen Ländern.
01:02:18: Deswegen also meine zwei Fragen Warum setzen Sie jetzt auf?
01:02:24: Ich kann die ganze Sache mit dem Kontrollbrennen nicht beurteilen.
01:02:27: ich bin da kein Fachmann über die Wirksamkeit Aber warum?
01:02:31: Sie wissen doch, dass in den Ländern wie in Spanien und Griechenland vor allen Dingen die Vernachlässigung der Landschaft also der Rückzucht der Bauern, die gar nicht mehr da sind.
01:02:40: Die Becke zogen sich das alles wild wachsen.
01:02:42: Dass dieses Thema ist und man dann dort sagt hier muss eine exzensive Weidewirtschaft wieder her.
01:02:48: Und dies ist doch jetzt auch wir reden ja hier im europäischen Zusammenlagen.
01:02:52: Dies ist doch eine europäische Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese exzensive Weidewirtschaft und das ist zunächst mal ein ökologischer Maßnahme der landwirtschaftlichen Maßnahme, die wieder belebt wird um damit präventiven Schutz zu machen.
01:03:07: Das ist das Ein- und das Zweite.
01:03:08: nun ich komme aus Berlin Brandenburg.
01:03:10: deswegen wenn Sie mir erlauben, dass sich meine Skepsis darüber äußere was sie sagen zur Umgestaltung der Wälder.
01:03:17: wir setzen hier in Berlin brandenburg ganz deutlich auf die Entwicklung von Laubmisfeldern.
01:03:24: in verschiedenen Generationen, in einer Region die nicht aus Südeuropa so ohne weiteres übertragbar ist wo das alles trocken wird.
01:03:33: Wo es hier aber nicht trocken werden und wir haben hier die Erfahrung gemacht da muss ich Ihnen auch widersprechen in Brandenburg-Berlin dass gerade dort die großen Waldbrände entstehen wo wir Kiefernmonophosten haben noch dazu verdichtete Kiefermonophos mit Wipfelbrennen untergleichen und die in diesen Laubmischwäldern nicht entstehen.
01:03:52: Und deswegen meine ich, ist doch gerade eine primäre ökologische Maßnahme jedenfalls für dieses Gebiet.
01:03:57: Ich will jetzt nicht für Spanien reden da wird es etwas anders sein weil man Monokulturen in Wäldern ist.
01:04:03: genau dasselbe das wir auch diese Natur mal ein Wispel ersetzen müssen in einer natürlich über Jahre andauernden Präventiven, auch Brandgestaltung.
01:04:14: Das ist dazu eine europäische Unterstützung geben muss damit solche Sachen die ja auf Geldkosten finanzierbar sind also das sind meine beiden vielleicht ein bisschen lang geworden aber Fragen in einer anderen Richtung gegen uns Aber ich bin nun grüner gerade besonders interessiert und in die Richtung wir eben auch denken und handeln wollen auf national- und europäischer Ebene.
01:04:34: Danke dir vielmals
01:04:38: Herr Berger.
01:04:38: Ich bin etwas.
01:04:39: ihre erste Frage anbelangt Völlig bei Ihnen.
01:04:43: Das ist ja genau das Thema die Revitalisierung, dass sich zurückbesinnen auf traditionelle Landholzungsverfahren im Euro-Mediterranen Raum vor allen Dingen aber auch im östlichen Mittelmeerraum, die Wiedereinführung von alten weide und landwirtschaftlichem Verfahren.
01:05:05: Und es ist ja genauso der Grund warum wir uns hier in Europa, im Mittel-Europa sorry in Deutschland eben genau auch mit diesem Thema befassen.
01:05:14: Weil nämlich die Rolle diese exzensive Weidewirtschaft im Süden Europas spielt um das Risiko von Landschaftsbränden zu reduzieren hier eben auch gezielt auf solchen Waldbrandschutzkorridoren eingesetzt werden kann und dann eben diese Vorurteile gegen Waldweite ausräumen soll.
01:05:39: Aber es geht ja hierbei nicht um die Fläche Denn wir haben ja hier in Deutschland ganz andere Situationen.
01:05:48: Die Landflucht, wie wir sie und die Verstäterung und die Aufgabe von Lande sowie im Euro-Mediterran Raum, die haben wir bei uns in dieser Form nicht.
01:05:58: Aber was wir voneinander lernen können ist beispielsweise genau das, was Sie angesprochen haben.
01:06:04: Also insofern bin ich voll bei Ihnen – und das ist auch richtig so!
01:06:09: daraus für Deutschland etwas lernen.
01:06:11: Und jetzt springe ich mal nach Brandenburg, Sie haben die Brandenburger Wälder erwähnt.
01:06:20: Ich habe das Beispiel der Modellstadt Belitz erwähnen.
01:06:23: Belitz ist traumatisiert durch die Brände, die dort in den letzten Jahren passiert sind und auch schon zur Evakuierung geführt haben.
01:06:33: Wenn jetzt die Gemeinde hingeht und sagt wir müssen An diesen strategischen Stellen, wenn wir dort Waldmann-Schutzkorridore einrichten und uns wirklich darauf konzentrieren der Reduzierung des Wildfeuerpotentials dann geschieht dies auf diesen strategisch angelegten Korridoren die anders aussehen als beispielsweise die Wälder, die sie umbauen.
01:07:01: von reinen Nadelholzbeständen auf Mischbestände, dort wo sie Totholz belassen und so weiter.
01:07:07: Aber bitte nicht auf den Waldbrandschutzkorridoren!
01:07:10: Denn das wiederum sehen wir... Und da haben die Brände gerade die Diskussion in Griechenland, in Spanien und Portugal vor allen Dingen aber jetzt auch in Frankreich, die haben dazu geführt dass eben genau das alles hinterfragt wird ob das richtig ist was wir bisher so machen.
01:07:30: Herausforderung.
01:07:32: Und nochmal um bei der Bewirtschaftung von Kiefernwäldern hier in Mitteleuropa, ich habe ja bewusst dieses Beispiel aus Zentralasien aufgeführt wo genau dieselbe Kiefen hat nämlich die Pinus Silvestris unter anderen Bedingungen aufwächst und dort sehr feuerresiliente Bestände bilden kann.
01:07:53: Und dann noch eins Die Kiefer, die heimische Waldkiefe gehört zu einer Gatterung von Bäumen.
01:08:00: Die Kiefern haben ja, es gibt etwa, einhundertfünf Kiefernarten und diese Kieferaten sind vorwiegend die Baumarten, die am meisten Resilienz sind gegen Trockenheit, gegen Starkwinde, gegen Dürre, gegen Brand.
01:08:18: Und das liegt an der Natur dieser Baumarten.
01:08:22: Und wenn sie hier in Deutschland historisch gesehen so bewirtschaftet wurde, in einem dichten Plantagenwald dann ist das nicht naturgemäß.
01:08:31: Und davon müssen wir wegkommen.
01:08:32: und wenn die einen sagen wir bauen Wälder in artenreiche Mischwälde herum ist es okay.
01:08:38: Wenn man aber sagt, wir überführen die bestehenden Kieferwälder oder auch künftige in eine Form der Bewirtschaftung, die sie eben resilient macht.
01:08:48: Und das ist nicht der dichte Plantagewald sondern es ist der Lichtwald und er bietet anderen Arten, Pflanzen- und Tierarten ein Lebensraum den wir im geschlossenen Wald nicht finden.
01:09:00: Nichts von dem was wir alle sagen wie wir bestimmte Meinungen haben zu bestimmten Bewirtschaftungsverfahren gilt alles für die gesamte Fläche.
01:09:09: Wir sprechen immer über ausgesuchte Standorte, die sich sehr nach den Gegebenheiten des Standorts richten müssen aber die eines nicht machen sollten das man beispielsweise davon ausgeht dass ein Buchenwald einen Mischwald weniger feuergefährdet ist als ein Nadelwald.
01:09:32: wir sehen dass das aufgrund des Klimawandels absolut der Fall ist und daran müssen wir jetzt arbeiten Herr Berger.
01:09:39: Dankeschön!
01:09:40: Ich übergebe jetzt mal, weil wir sind ... Wir überziehen aber ich würde gerne noch zehn Minuten ein paar Fragen haben.
01:09:45: Ich glaube ganz viele Fragen schon beantwortet, Amelie oder?
01:09:48: Aber sag doch mal was haben wir noch für spannende Fragen aufs Leidung?
01:09:54: Ja genau es gibt wirklich sehr viele Fragen und ich würde gern einmal mit den Topfragen anfangen und da einfach ein paar kombinieren.
01:10:02: Und zwar sind da gerade schon bisschen drauf eingegangen, Günther fragt zum Beispiel wie die Wälder umgebaut werden müssen um Feuerresilien zu sein ob das überhaupt möglich ist.
01:10:11: Das würde ich gerne kombinieren mit der Frage von Julian, ob wir aufgrund des fortschreitenden Klimawandels akzeptieren müssen.
01:10:17: Dass sich eben
01:10:18: in Mitteleuropa und
01:10:19: Deutschland die
01:10:19: Klimazon verschieben uns dann darauf anpassen müssen statt den bisherigen Zustand bewahren zu wollen.
01:10:26: zum Beispiel auch das zeigen auch die Flussbiergeln sagt er.
01:10:30: Ich fange mal mit der letzten Frage an.
01:10:33: es ist tatsächlich so dass die Klimarahmbedingungen einfach eben andere Rahmenbedingungen für den Wald der Zukunft schaffen.
01:10:41: Und das, was wir an Erfahrungen haben beispielsweise in der Forst- und Landwirtschaft, in der Vergangenheit aus dem gemäßigten ausgeglichenen Klima dass es in Zukunft infrage gestellt wird.
01:10:53: Das heißt Wir müssen damit rechnen Dass wir uns von vielen Formen Vegetation, die im Grunde genommen über eine lange Zeit in einem dynamischen Gleichgewicht mit dem Klima gestanden hat.
01:11:06: Mit dem alten Klima dass das in Zukunft nicht mehr der Fall sein kann.
01:11:10: und da gilt es unter anderem den Blick auf die Landschaften der Erde zu werfen, wo schon länger solche Klimate vorherrschen.
01:11:20: Beispielsweise Mittelmeerraum oder in den Subtropen, wo die Wälder völlig anders aussehen.
01:11:26: keine geschlossenen Hochwäldern mit sehr viel dichten Baumbestand sondern offene häufiger auch kleinwüchsigere Wälden, die dem deutlichen Klima angepasst sind.
01:11:36: wenn das Klima auf uns zukommt Ja, dann kann es sein dass die Wälder auch in Zukunft völlig anders aussehen werden.
01:11:46: Das ergibt natürlich Sinn.
01:11:47: da fragt Ilke aus Freiburg wie soll sich Deutschland sinnvoll vorbereiten
01:11:51: auf zukünftige Gewalt und dann auch
01:11:54: Flächenbrände?
01:11:55: Und dazu passt auch Steffens Frage welche zusätzlichen Maßnahmen müssen wir jetzt bei besonders trockenen
01:12:01: Sommern getroffen werden wenn wir jetzt auch drauf sehen das ist heißer unter dem Trockner wird?
01:12:06: Wir sehen ja gerade in den letzten Wochen Wie viele Sektoren unserer Gesellschaft betroffen werden durch die Dürre und die Hitze.
01:12:16: Und das ist eben nicht nur eine Frage von Land- und Forstwirtschaft, was die Brände anbelangt sondern auch die ganz normale Wasserversorgung bis hin zu den Verkehrsadern.
01:12:26: Wir sehen dass Straßen und Technologien teilweise nicht mehr funktionieren unter der Histe Belastung.
01:12:33: Das führt mich dann dahin, dass wir im Grunde genommen bei der Frage Wie stellen wir uns auf in einem für ein geändertes Klima?
01:12:44: Das ist eine Frage, die eine gesamtgesellschaftliche Frage mit all diesen sektoralen verschiedenen Verantwortung ist und dass man sich hier einfach zusammensetzen muss in einem anderen Format um alle diese verschiedenen Aspekte.
01:13:01: Und ich meine, in meiner Präsentation habe ich ja mal versucht dieses pro und konn bzw das positive und das negative von Feuer nebeneinander zu stellen.
01:13:11: und wir wissen dass es bei Wasser und Sturm genau das gleiche ist.
01:13:16: und hier sind wir jetzt nun wirklich gefordert uns proaktiv jetzt aufzustellen und zu fragen.
01:13:23: Und dazu gehören ganz viele Experten, die dann ihre Meinung und ihr Wissen einbringen können bis hin zu den Vorschlägen aus der Zivilgesellschaft.
01:13:32: Wir sind eine transparente und offene Gesellschaft an der alle mitwirken sollten.
01:13:38: Dazu brauchen wir einen runden Tisch.
01:13:42: Ja vielen Dank für die Antwort.
01:13:43: Ich würde gerne
01:13:44: noch
01:13:44: als letzte Frage auf die Ursache eingehen.
01:13:47: Da kommt eine Frage von Olaf, und zwar werden die Brandursachen noch ermittelt.
01:13:51: Gibt es wieder zu Statistiken?
01:13:54: Woher ist halt kein Brandstiftung
01:13:55: selbst in Zündungen weggeworfen mit Zigaretten?
01:13:57: Wie sieht's da aus?
01:14:00: Da haben wir eine ganz große Grauzone.
01:14:02: Was wir wissen, ist dass im Grunde genommen sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa so um die sechsenneunzig bis acht neunzig Prozent der Brände durch Menschen ausgelöst werden.
01:14:13: Wir haben unverändert immer wieder Fälle das Blitzschlagfeuer entstehen aber die sind dann Minderheit.
01:14:19: Von den Ursachen durch dem Menschen haben wir, wenn wir zum Beispiel die deutsche Statistik schauen der größte Teil ist unbekannt.
01:14:28: also wenn sich die Ursache nicht genau feststellen lässt verbergen tut sich meistens dahinter einfach Fahrlässigkeit Sorglosigkeit Unachtsomkeit.
01:14:39: Dann haben wir das Thema Brandstiftung.
01:14:42: und da möchte ich mal eins sagen, so wie früher das möglicherweise in einigen Ländern der Fall war.
01:14:49: Das Brandstifter genutzt wurde um anschließend einen Wald der davor herstand abzubrennen um dann hinterher darauf bauen zu können.
01:14:58: Das geht aufgrund der Gesetzgebung in Europa gar nicht mehr.
01:15:01: Wenn irgendwo Feuer, Waldstandard kann auch nach einem Brandnicht gebaut werden.
01:15:06: Brandstiftungen ist ein psychologisches Problem.
01:15:08: das haben wir in allen Ländern der Welt und das ist unkalkulierbar und eine ganz große Komponente der Unsicherheit in dem ganzen Geschehen.
01:15:21: Dankeschön!
01:15:24: Wir kommen jetzt zum Ende weil wir viele Fragen beantworten haben aber ich möchte noch mitbringen.
01:15:29: Und ich glaube, ich lese das auch so ein bisschen an den anderen Fragen jetzt ist ja haben sie ja auch beschrieben wie sich gerade nach kontrollierten brennen und auch in den heidelandschaften dann zum beispiel die heide wiederholen kann.
01:15:42: Jetzt haben wir natürlich große gebiete die jetzt brennend europa und die hoffnung ist ja auch dass es sich denn wieder holen.
01:15:47: und für mich ist auch so die frage es verändert sich jetzt nicht nur die feuerwahrscheinlichkeit sondern durch.
01:15:54: zum Beispiel wir werden dann im Winter wahrscheinlich wieder extrem starke Regenfälle haben, weil wir ja Extremwetter-Ereignisse haben.
01:16:00: Und das bedeutet natürlich dass der Boden, der ja erst mal vielleicht ein bisschen zusammen, also dass die Erosion zB auch zunimmt und das dann durch große Wassermassen groß viel weggespült wird.
01:16:13: Also wie hängt denn auch die Erholung der Landschaften mit den veränderten klimatischen Bündnungen zusammen?
01:16:20: Wenn es jetzt sehr heiß bleibt oder extrem regnet und eben nicht mehr in diesem moderaten Klima die Landschaft sich erholt, vererholt sich die Landsschaft noch so, wie wir das aus dem Moderatenklima kennen?
01:16:32: Ja Herr Fries, da sprechen Sie wirklich ganz, ganz zentralen Punkt an!
01:16:36: Denn wir sehen ja in vielen Regionen Und ich spring mal kurz nach Kalifornien, wo wir die größten Schäden sehen.
01:16:45: Nach den Bränden, die dann entstehen wenn die stark niederschläge nach dem Feuer kommen.
01:16:49: Wenn durch Bodenabtrag, Erosion, Hangrutschung, Schlammlawin sehr viel größere Schäde als durch das Feuer ursprünglich selbst bewirkt ja und das betrifft dann vor allen Dingen auch Die Steilhanglagen, wie zum Beispiel in den europäischen Alpenraum.
01:17:08: In der Schweiz beispielsweise die sich große Gedanken machen über die Brände.
01:17:12: Denn im Land wieder Schweiz wo sich das wirtschaftliche Geschehen in den Tälern abspielt unterhalb der Hänge, das sind die Verkehrsinfrastruktur und die Siedlungen, die kritische Infrastruktur.
01:17:24: Und wenn hier nur ein Wald von wenigen Hektaren brennt dem Boden freiliegt und anschließend durch einen stark niederschlag Die Hang-und Felsrutschung Steinschlag kommen Das sind die großen wirtschaftlichen Schäden, die auch die Menschen gefährden.
01:17:42: dass wir hier einen Effekt haben, wo Feuer die historisch gesehen vielleicht gar nicht zu einer Zerstörung des Ökosystems geführt haben.
01:17:52: Aufgrund dieser Witterungsextreme eben nicht nur Trockenheit sondern eben die Nachstarkniederschläge das hier ein kombinierter Effekt sich anbahnt der zu einer starken Degradierung und auch Zerstörungen von Standorten führen kann als es früher war.
01:18:14: Vielen Dank!
01:18:15: Wir haben im Vorgespräch gesagt, wir können da wahrscheinlich Stunden auch weiter reden.
01:18:19: Werden wir auch nur tun?
01:18:20: Wir haben gesagt, nach dem Sommer machen wir auf jeden Fall nochmal eine Runde zu diesem Thema.
01:18:27: Wissen wir dann vielleicht schon mehr?
01:18:29: Für heute will ich es dir gerne abschließen.
01:18:31: Ich danke Professor Goldhammer, dafür dass sie so kurzfristig auch Zeit hatten dazu zu kommen.
01:18:36: Ich denke allen euch die Heute dabei waren ganz viele Fragen gestellt haben.
01:18:39: Danke an Amelie für die Moderation der Fragen.
01:18:43: Danke das ihr bei Europe Calling dabei wart.
01:18:45: wir sind dann Vielleicht doch schon dazwischen wieder, aber ich denke wir werden uns in September wiedersehen.
01:18:50: So ist es jetzt geplant zu vielen weiteren Themen die damit zusammenhängen.
01:18:55: Manche hängen nicht damit zusammen.
01:18:56: Es bleibt spannend!
01:18:58: Wir freuen uns auf den Herbst mit euch auch wenn das Gefühl schon besteht dass die Themen nicht unbedingt viel Hoffnung machen.
01:19:05: Aber wir werden denke ich auch ein bisschen versuchen um im Herbst darüber zu reden wo es noch wo es noch Hoffnung gibt und wo man jetzt noch was tun kann.
01:19:11: Und Prof.
01:19:12: Goldammer hat ja auch gesagt, so jetzt gerade bei dem Thema Brennten sind wir noch an einem Punkt, wo wen wir jetzt handeln, aber wenn wir auch politisch haben, wenn die politischen Verantwortlichen jetzt handelen sich noch darauf vorbereitet werden können auf der schlimmsten.
01:19:23: Da sind wir doch am Anfang und ich glaube das kann auch ein bisschen Hoffnung machen und den möchte ich euch geben in diese jedenfalls hier in der Mitte von Deutschland sehr heiß im eine heiße Nacht Und versucht ein bisschen kühl zu bleiben, bleibt gesund und wir sehen uns im September bei Europe Calling.
01:19:43: Danke euch!
01:19:45: Tschüss!
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